Zusammengeführt aus elf parallelen Literaturrecherchen in PubMed/PMC, der
eHOMD-Taxontabelle v4.2 sowie CDC-, ECDC-, UKHSA- und Cochrane-Dokumenten. Jeder
Datensatz führt Nachweismethode, Population und Primärquelle mit — einsehbar im
Detailfenster jedes Keims.
Die Methode bestimmt die Zahl. Prävalenzangaben ohne
Nachweismethode sind weitgehend bedeutungslos; die Spannweiten sind keine Messfehler,
sondern systematisch. E. faecalis in denselben Zähnen: 4 % (Kultur)
gegen 82 % (PCR, Gomes 2006, PMID 16876070). S. pneumoniae bei
Erwachsenen: 5 % (transnasale Kultur) gegen 28 % (Speichel-qPCR, PMID 25789854).
P. gingivalis bei parodontal Gesunden: 10 % (subgingivale nested PCR)
bis 92 % (Speichel-qPCR). Legionella in Dentaleinheiten, identische
Proben: 7 % (Kultur) gegen 100 % (PMA-qPCR, PMID 26861373).
Einmal- gegen Serienabstrich. Bei enterischen Stäbchen wirkt
dieselbe Kohorte je nach Protokoll wie eine Trägerrate von 35,8 % (irgendwann positiv)
oder 6,6 % (zwei aufeinanderfolgende Abstriche). Genau dieser Abstand ist die
Transienz. Auch das Handling zählt: Wird ein Meningokokken-Abstrich nicht sofort
ausplattiert, halbiert sich die Nachweisrate (OR 0,46).
Der Pathogenitäts-Score ist eine synthetisierte Ordinalskala,
keine validierte Messgröße: 0 Kommensale ohne Krankheitsbezug, 1 seltener Opportunist,
2 Opportunist, 3 Pathobiont mit klarer Assoziation, 4 etablierter Erreger in seiner
Nische, 5 obligater bzw. schwerwiegender Erreger. Zum Sortieren und Filtern geeignet,
nicht als Grundlage einer Therapieentscheidung.
Häufigkeitsklassen statt Scheingenauigkeit. Fehlt eine
publizierte Zahl, führt der Datensatz eine Klasse (ubiquitär > 90 %, häufig 50–90 %,
mäßig 20–50 %, gelegentlich 5–20 %, selten < 5 %). Diese Taxa werden innerhalb ihrer
Klassengrenzen gestreut dargestellt statt auf einen Mittelwert gelegt — die Klasse ist
die Aussage, der Punktwert nicht. Der Filter „nur belegte Zahlen“ blendet sie aus.
- STI-Prävalenzen sind vollständig populationsabhängig.
Pharyngeale Gonokokken bei MSM in STI-Ambulanzen: 0,5–16,5 % — nicht auf die
Allgemeinbevölkerung übertragbar.
- Seroprävalenz ≠ orale Ausscheidung ≠ aktive Infektion.
Bei Viren ist im Detailfenster vermerkt, welche Größe die Zahl bezeichnet —
HSV-1 steht mit 47,8 % Seroprävalenz und separat mit 9 %
Speichelausscheidung im Datensatz.
- Die Socransky-Komplexe (1998) sind ein historisches Modell
aus Checkerboard-Hybridisierung gegen 40 kultivierbare Arten — ohne die später
beschriebenen Parodontalpathogene (Filifactor alocis,
Desulfobulbus oralis, Synergistetes, TM7).
- eHOMD-Abundanzklassen sind keine Probandenprävalenzen.